Seite/page 99.3.4  zurück
 
helenakostpr.html 23.02.2014

Inform Verlag GmbH Berlin


Kostproben aus:

HELENA

Roman von Helmar Kloss


    Was ich hier berichten will, ist die einigermaßen seltsame Geschichte von einem, der auszog, nein, - nicht das Fürchten, sondern eine Frau kennen- zu lernen. Was imübrigen jedoch oft auf dasselbe hinausläuft. Jedenfalls hatte der “Held” dieser Geschichte bei seinen letzten einschlägigen Versuchen das Fürchten gelernt. Inzwischen war er aber dessenungeachtet wild entschlossen, das Vergangene vergangen sein zu lassen und einen neuen Versuch in Sachen Liebe zu wagen.
....
    Das Schöne an Filmen, die “Komödien” genannt werden: Man weiß von vornherein, daß es gut ausgehen wird. Im wirklichen Leben ist das leider anders. Die nicht mehr ganz junge Frau hatte   “ihn”   im Laufe ihres Lebens mehrfach “gekriegt”, doch am Ende war es nie “der Richtige” gewesen. Inzwischen war sie kurz davor zu resignieren und sich innerlich auf ein Leben als “alte Jungfer” einzustellen. Die Männer, für die sie sich ansatzweise interessierte, interessierten sich nicht für sie, und die sich für sie interessierten, ließen wiederum sie kalt. Meistens jedenfalls. Und die wenigen Fälle, in denen sie sich etwas davon versprochen hatte, ihn kriegen zu wollen, waren schlecht ausgegangen. Nur eine Geschichte war noch nicht ganz ausgestanden, doch war sie sich imgrunde sicher: Auch daraus würde wieder nichts werden.
....
    In Helenes Seelenleben gab es mehrere Verwerfungen und Widersprüche, die sie nicht wahrhaben wollte. Sicher, sie träumte von einem Prinzen, der sie retten sollte. Doch war das nur die eine Seite, die romantisch-weibliche sozusagen. Daneben gab es eine andere, eine trotzig-rebellische, die darauf bestand, daß sie selbständig und ganz ohne fremde Hilfe zurechtkäme. Schließlich hatte sie auch ihre beruflichen Erfolge ohne die Hilfe eines Mannes geschafft! Infolgedessen fragte jemand in ihr: ‘Wie kommt eigentlich dieser Typ dazu, dir Vorschriften machen zu wollen!? Redet klug daher, als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte!’
    Diese beiden Seiten standen in unversöhnlichem Grabenkampf einander gegenüber, ohne daß sie sich je zu Gesicht zu bekommen hätten. Und ohne es zu merken, war Helmut dabei, jedem dieser versteckten Feinde, die bisher heimlich, wie die Maulwürfe eines Spionageromans, ihre Fäden gesponnen und Tretmienen gelegt hatten, den Gegner zu zeigen und die Frage aufzuwerfen, wie Helene sie miteinander zu versöhnen gedächte. - Ein echter Horror, dieser Mann!
....
    ‘Der Richtige im richtigen Moment,’ dachte Helene glücklich und lächelte dabei. Wie sehr sie sich zeitweilig gesträubt hatte, war ‘vergessen’.

(Ist inzwischen in zwei Bänden erschienen, die im Buchhandel, beim Verlag und bei Amazon bezogen werden können.)